Ingwer ist Arzneipflanze des Jahres 2026: Ein Klassiker der Naturheilkunde im Fokus
Der Ingwer (Zingiber officinale) erhält im Jahr 2026 eine besondere Auszeichnung. Er wurde offiziell zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Diese Entscheidung basiert auf einer wissenschaftlichen Neubewertung der Pflanze durch europäische Experten-Gremien im Jahr 2025.
Laut dem vorliegenden Pressebericht war vor allem die aktualisierte Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ausschlaggebend für die Wahl. Der Ingwer verbindet eine jahrtausendealte Tradition mit modernen Forschungsergebnissen. Daher gilt er heute als eine der am besten untersuchten Heilpflanzen weltweit.
Botanische Qualität und Wirkstoffe
Das Herzstück des Ingwers ist sein Rhizom, der charakteristische Wurzelstock. Der Pressebericht hebt hervor, dass die medizinische Wirkung eng mit der Qualität der Inhaltsstoffe verknüpft ist. Hier spielen vor allem die ätherischen Öle sowie die Scharfstoffe – die Gingerole und Shogaole – eine zentrale Rolle.
Fachleute betonen zudem, dass die Herkunft und Verarbeitung entscheidend für den Wirkstoffgehalt sind. In hochwertigen Arzneibuch-Qualitäten muss ein Mindestmaß an ätherischem Öl enthalten sein, um eine zuverlässige Anwendung zu gewährleisten.
Breites Spektrum der Anwendungsbereiche
Die Experten im Pressebericht erläutern, dass der Ingwer heute für vielfältige gesundheitliche Zwecke anerkannt ist. In der aktuellen wissenschaftlichen Bewertung der EMA werden dabei verschiedene Bereiche unterschieden:
- Verdauung und Wohlbefinden: Wie die Autoren des Berichts darlegen, wird die Pflanze traditionell zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden, bei Blähungen sowie bei vorübergehender Appetitlosigkeit eingesetzt.
- Reisekrankheit: Ein zentrales Einsatzgebiet ist laut Fachbericht die Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Reisen.
- Unterstützung bei Entzündungen: Neuere Bewertungen bestätigen zudem die traditionelle Nutzung zur Linderung von Erkältungssymptomen sowie bei leichten Gelenkschmerzen.
Der Bericht beschreibt die grundlegende Wirkung der Pflanze als entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Dies macht den Ingwer zu einem vielseitigen Begleiter in der modernen Naturheilkunde.
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie küren den Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres 2026.
Hintergrund: Wer wählt die Arzneipflanze des Jahres?
Die Ernennung erfolgt durch eine Zusammenarbeit zweier renommierter Institutionen. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde hat seinen Sitz am Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Dieser interdisziplinäre Kreis aus Wissenschaftlern erforscht bereits seit 1999 die historische Nutzung von Heilpflanzen, um dieses Wissen für die moderne Medizin zu bewahren.
Unterstützt wird die Wahl von der Gesellschaft für Phytotherapie (GPT). Die 1971 gegründete wissenschaftliche Fachgesellschaft setzt sich für die Erforschung und Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ein. Sie fördert den Austausch zwischen Klinik, Praxis und Forschung, damit pflanzliche Wirkstoffe nach neuesten Qualitätsstandards genutzt werden können.
Die Original-Pressemitteilung finden Sie HIER.
Fazit für die Praxis: Die Wahl zur Arzneipflanze des Jahres 2026 rückt ein altbewährtes Mittel wieder stärker in das Bewusstsein von Verbrauchern und Fachleuten. Durch die wissenschaftliche Bestätigung neuer Anwendungsbereiche bleibt der Ingwer ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Phytotherapie.
Die Gesellschaft für Phytotherapie (GPT) finden Sie online hier: GPT.
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde wird online vertreten von der Forschergruppe Klostermedizin.